Um diese Frage überflüssig zu machen | um eine Gegenwelt herzustellen | um die Toten nicht in Ruhe zu lassen | um die Lebendigen nicht in Ruhe zu lassen | um Wurzeln zu schlagen | um Wurzeln auszureißen | um Geld zu verdienen | um ein Lebenszeichen zu geben |um nicht arbeiten gehen zu müssen | um Arbeit zu haben | um den tiefen Schlaf einer erschöpften Gesellschaft mit Fratzen zu erschrecken | um nicht einzuschlafen | um nicht aufzuwachen | um das Vergessen zu töten | um nicht allein zu sein |um keine Verantwortung zu haben | um allein zu sein | um auszulöschen, was ICH genannt wird | um vom Blick einer erfüllten Liebe gestreift zu werden und vom Blick der Wut | um den Kapitän wieder einmal endgültig an den Mastbaum zu nageln |um nicht reden zu müssen | um nicht schweigen zu dürfen | um die Regeln der Schwerkraft außer Kraft zu setzen | um Täter und Opfer zu sein zu gleicher Zeit | um Mann und Frau zu sein zu gleicher Zeit | um diese krachende Stille nicht aushalten zu müssen | um nicht angestellt zu sein | um vergessen zu werden | um die Frage überflüssig zu machen: Warum spielen | Um zu spielen |
(Thomas Brasch 1945-2001)
| + Share | No Comments » |






























