by Maxim Kaspar
1 Apr

my style

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The police is the enemy
Hook:
Everywhere the white man go he bring misery
All throughout history, look it up
Everything them bald heads touch they fuck it up
Every government he set up, it be corrupt

Revolution

Dead Prez, people Army, Steve Marley, Ghetto Youth Crew

What you know is who you are, who are you?
Do you know who you are in the world? What is your world view?
What do you go through?, what has your life showed you?
What are you learnin in this so called life?
Do you have principle or do you blow with the wind
Do you wanna be free but don’t know where to begin
Do you know your enemy from your friend, even you can
It’s deep in this scannin the system that keepin us here
Will we survive, do you believe, are we afraid
Would you rather have control of your life, or be a slave
Show me a sign, a pig ain’t no homey of mine
They own me what’s mine, I show you if you loan me your nine
I’m only concerned for tables to turn
When the people learn the truth about the system, the cities will burn
And I stand firm, like Chaka Zulu, these crackers can’t stop you
Who you?

[Stephen Marley]
I’m Crazy, Dem Crazy
Just those crazy boys, right and tough

This is what we be waitin for? 21st century we still poor
World war, they want me to kill four
What happened to the future they always predicted
With new science fictional things and space visits
I’ve seen two sides, us against them
Police troops ride with four to five men
Prison business is boomin, senators grin
People searchin for answers, where to begin
Capitilism born from the backs of blacks
White folks relax, live off the kick backs
Gettin work to the bone jo, build this country
Further exploided by class to make money
Filthy rich capilist with blood loot
Use main frames systems to bank and compute
With the next technology, credit to the wires
Internet growth the man more suppliers
Welfare, ederly checks and wage workers
All us, elephants trapped in they circus
Ain’t fightin over man made chips no more
When the lights go out, it’s gonna belong to the poor

[Stephen Marley]
Dem crazy, dem crazy
Just those crazy boys, right and tough

Chorus 2X:
Everything you got, is what you took from me
Conditions on my block, just like me and slavery

[Marley sayin more stuff]
I’m feelin, oh what I feel

Hook 2X

(repeated twice)
Where the soldiers at?
Where the warriors at?
Where the riders at?
Where them fighters at?

True soldiers don’t die, long live all legends
Nocturnal

by Maxim Kaspar
26 Mar

Das Buch Eva

Das Buch Eva

War es Angela Carter die mich daran erinnerte, wie nervig das Gejammere über die Unzulänglichkeit unserer Symbole ist?

Vielleicht war es aber auch Rilke oder vielleicht doch eher Hegel.

Immer dieses Verlangen danach, den richtigen Ausdruck für unser inneres Empfinden zu finden.

Mir geht es schlecht – ist es da angemessen mein Haar offen zu tragen? Vielleicht sollte ich eher einen strengen Dutt in Kombination mit einer schweren Brille, das Gesicht dezent im Nude-Look geschminkt…oder im Gegenteil einen dicken schwarzen Lidstrich und die Locken tief in das vom schweren Schal umsäumte Gesicht?

Wenn ich Bücher mag – sollten meine Bücher dann in einem massiven Regal im Wohnzimmer ausgestellt sein oder spiegeln nicht eher wilde Bücherstapel im Schlafzimmer mein intimes Verhältnis zu Lektürelieblingen.

Ein weißes Wohnzimmer ist das asketisch, rein – Ausdruck eines aufgeräumten Geistes mit leichtem Hang zum Egozentrismus? Oder strahlt es nicht vielmehr Herzenskälte, peniblen Reduktionismus, Einfallslosigkeit wieder? Wer sind wir? Sind wir das was unsere Symbole über uns erzählen? Oder ist es anders herum?

„Wir sollten es nicht unseren armen Symbolen anlasten, die uns trivial oder absurd erscheinen, denn die Symbole haben keine Kontrolle über ihre fleischlichen Verkörperungen, wie arm diese auch sein mögen: allein das Wesen unseres Lebens bestimmt ihre Formen.

Eine Kritik dieser Symbole ist eine Kritik unseres Lebens.“

Und unser Leben ist es wert, kritisiert zu werden.

by Maxim Kaspar
23 Mar

Mein Ich ist ein Ich


by Maxim Kaspar
9 Mar

Philosophie der Mode

Die Philosophie der Mode

Nachdem sich doch der ein oder andere über den Beitrag zum Klischee des modischen Wissenschaftlers brüskierte, möchte ich hier nun, den lehrreichen Dialog zweier Mitglieder der Wasserbrink-Gesellschaft wiedergeben. Am Institut ist es nämlich nicht nur Sitte, sich zu duzen. Ebenso ist es Brauch, die eigene Bürotür offen stehen zu lassen.

So kann es schon vorkommen, dass man Zeuge der ein oder anderen brisanten Unterhaltung wird. Lehrreich ist die Unterhaltung insofern, dass sich beim Reden prinzipiell auf autoritäre Vorbilder bezogen wird. Eigentlich überhaupt nicht lehrreich ist das Belauschen der wissenschaftlichen Elite deshalb, weil man sich nie sicher sein kann, ob der zitierte Text tatsächlich gelesen und wenn ja – ob er dann auch richtig verstanden wurde.

Neulich im Dept. VI:

Prof. Dr. Du: Ich bin es leid, ständig meinen Kleidungsstil rechtfertigen zu müssen. Du – neulich habe ich Maxim sagen hören, dass sie glaubt, ich würde an meinem Körper irgendwo eine Ratte tragen. Dabei hat doch schon Kant in seiner Anthropologie hervorgehoben: „Es ist ein natürlicher Hang des Menschen, in seinem Begehren sich mit einem bedeutendern in Vergleichung zu stellen und seine Weise nachzuahmen. Ein Gesetz dieser Nachahmung, um bloß nicht geringer zu erscheinen als andere, wobei übrigens auf keinen Nutzen Rücksicht genommen wird, heißt Mode.“ – Kant bewertet die Mode als ein sich „knechtisch leiten lassen.“ Ich bin doch kein Knecht!

Prof Dr. Dr. Dich: Ja, Du. Das war halt schon zu Kants Zeiten eine Ausrede fürs Scheißeaussehen. Du meinst also, allein die Tatsache sich modisch zu kleiden ist ein Beleg für das jeweilige Sklavendasein des anderen? Du hast wohl versäumt Georg Simmels „Philosophie der Mode“ von 1905 zu lesen. Simmel betont nämlich, dass Mode von 2 Momenten bestimmt ist. Was Du Sklaverei nennst …und ich glaube Dein Wunsch auch mal kurz Maxims Sklave sein zu dürfen, spielt da auch eine Rolle… ist Nachahmung. Der zweite gleichberechtigte Aspekt der Mode ist – die Unterscheidung.

Prof. Dr. Du: Du meinst so was wie zwei Seiten einer Medaille? Mode ist dann nach Simmel also durch Nachahmung und durch ihr Gegenteil bestimmt – das Unterschiedsbedürfnis?

Prof. Dr. Dr. Dich: Das heißt im Klartext:, dass Du Scheiße aussiehst und glaubst mit Deinem verranzten „alternativ- meine Augenbrauen- wachsen- wie –sie-wollen!-Pinzetten–sind-was-für-Chemiker-ich-bin-schließlich-intellektuell- Look“ würdest Du dich von der Bling-bling-Schickeria unterscheiden – gehört eben auch zur Mode.

Prof. Dr. Du: Du willst damit sagen – meine Natürlichkeit ist auch nur „Unterschiedsbedürfnis, die Tendenz auf Differenzierung, Abwechslung, Sich abheben“?

Prof. Dr. Dr. Dich: Ich denke jedenfalls Maxim wollte damit einfach nur sagen, dass Du stinkst. Mich hingegen nennt sie einen „Modenarr“ – auch ein Begriff von Simmel. Ein Modenarr ist jemand, der versucht den Menschen, die er nachahmt, vorauszulaufen. Simmel sagt: Den Modenarren bezeichnet es, dass er die Tendenz der Mode über das sonst innegehaltene Maß hinaustreibt…wenn hohe Kragen Mode sind, trägt er sie bis zu den Ohren, wenn es Mode ist, wissenschaftliche Vorträge zu hören, so ist er überhaupt nirgends anders mehr zu finden….Er geht den anderen voran – aber genau auf ihrem Wege.“

Prof. Dr. Du: Du meinst, ein Modenarr übt nur eine quantitative Steigerung bestehender Modeelemente? Du-Da fällt mir ein passender Vergleich ein. Ein Modenarr ist demnach ein Prototyp eines Politikers: „Er weiß, dass der Führende eigentlich der Geführte ist.“

Prof. Dr. Dr. Dich: Der Vergleich ist auch von Simmel, Du Stinker. Nach Simmel bin ich als Modefreak samt meiner Arroganz eine Karikatur, einer durch die Pseudodemokratie begünstigten Konstellation des Verhältnisses zwischen dem Einzelnen und der Gesamtheit.“

Prof. Dr. Du: Du meinst also unsere Chancen, von Maxim mal ordentlich vertrimmt zu werden, stehen 50:50?  – weil Sie erkannt hat, dass wir beide weder individuell noch unabhängig sind.  Nach Simmel nämlich nimmt der absichtlich Unmoderne den gleichen Inhalt auf, wie der Modenarr.

Prof. Dr. Dr. Dich: Dein verranzter Look ist einfach so, als würdest Du einen Verein der Vereinsgegner gründen, eine Partei der Parteilosen.

Prof. Dr. Du: Ein Aufmarsch in Nonkonformistenuniform!

Prof. Dr. Dr. Dich: Ach, halt die Klappe du Kiffer…

Nun – welchen Sinnzuwachs hatte meine Welt durch meine Abhöraktion erfahren?

Beide, der Stinker und der Modefreak zogen fröhlich ihres Weges, beide in dem Glauben

einander gleich zu sein. Doch blieb für mich die Frage offen, zu welcher Kategorie

diejenigen gehören, die sich zwar modisch kleiden wollen, nicht freakytah!, aber

wenigstens überhaupt, – es sich aber einfach nicht leisten können. Nicht  - nicht wollen (weil ihnen Reisen, Bücher, Theater, Blablabla ja viiiiiieeeeel wichtiger sind – als Mode), sondern tatsächlich nicht können. Mit denen hat sich die Modephilosophie wohl nicht beschäftigt. Dabei gab es die doch schon zu Kants Zeiten und zu Simmels auch…

by Maxim Kaspar
27 Feb

Die nackte Tragödie

Wir waren endlich auf dem Weg nach hause.

Während der endlosen Fahrt quer durch die Stadt berichtete ich K., dass ich überlegt hatte, den Roman anhand der vier musikalischen Sätze zu organisieren.

Andante con moto, Adagio ostinato, Rondo tenebroso und Finale. Sie fand die Idee zwar interessant, gab aber zu bedenken, dass die meisten Leser wohl den Sinn einer solchen Einteilung nicht verstünden und dies doch im krassen Gegensatz zu dem stünde, was der Roman eigentlich leisten solle. Nämlich, ein Buch für “das Volk” zu sein.

Wie unglaublich gewollt das klingt, denkst du – diesmal, ohne mich darauf hinzuweisen, da du weißt, dass ich nur Sarkasmus für den Vorwurf der Imitationsverkennung übrig habe.

Als sie gerade beginnen wollte, mir einen Vortrag über das Provencalische zu halten, sah ich ihn.

Vielleicht sah sie ihn auch zuerst.

Nackt, jesusartig, eine Fiktionalisierung des Alltags. Er stand direkt an der Ampel, vor der riesigen Burger King Filiale an der Straße des 17. Junis und wartete brav darauf, dass die Ampel auf grün umschalten würde.

Es waren –10 Grad und dennoch fuhren wir noch ganze 2 Minuten weiter, bis fast zum Ernst-Reuter-Platz, der uns zwang uns zum Umkehren zu entscheiden. Ich wendete auf dem Mittelstreifen und als wir an der Stelle ankamen,

war er nicht mehr da.

Er musste in den Tiergarten gelaufen sein. Hektisch parkte ich an der Ampel. Bevor wir die Polizei rufen würden, mussten wir das eben gekaufte Gras im Kofferraum verstecken. In der runden neogrünen Tuppabox für den einzelnen Apfel, in der bereits ein einzelnes Ei in Kücherolle gewickelt lag, dass wir von K.’s Mutter in weiser Voraussicht erbettelt hatten, um es mit den beiden noch vorhandenen Eiern am kommenden Morgen zu Pfannkuchenteig zu verarbeiten.

Vielleicht war es also auch die Tatsache, dass das ganze Auto unglaublich nach Gras roch, die uns davon abhielt, gleich an den Straßenrand zu fahren, und weniger der Kreisverkehr, der uns zum Umkehren zwang. Vielleicht war auch ich es, die einfach nicht an der Rand fuhr und die sich vom dem Apfel, dem Ei, dem Pfannkuchen und schließlich dem Kreisverkehr bedroht fühlte und sich schließlich in den warmen Schoß der Gefahr des „führen sie Betäubungsmittel mit sich?“ zurücksehnte.

Als wir in den Park liefen, sahen wir ihn wieder. Etwa 50 m vor uns, lief er –langhaarig, dürr und weißhäutig, zaghaft tapsend im Laternenschein. Uns kamen 4 halbstarke Jungs lachend entgegen und außer Atem fragten wir sie, ob sie schon die Polizei gerufen hätten. Das hatten sie zwar, waren aber der Meinung, die Polizei würde sich von 15 – Jährigen, die behaupteten einen Nackten gesehen zu haben, nur verarscht fühlen. Also rief K. noch einmal an und erfuhr, dass ein Streifenwagen bereits auf dem Weg sei.

Die Jungs meinten, sie könnten ja dann gehen und ich sagte ihnen, dass ich es für eine super Idee hielte, wenn die 4 Männer, die 2 Frauen jetzt alleine mit dem Nackten im dunklen Park ließen.

Sie blieben.

Einer von ihnen stellte sich an die Straße, um die Polizei abzufangen und wir gingen dem Verwirrten hinterher. Im Lichtkegel einer scheinbar besonders grellen Laterne, drehte er sich plötzlich um und kam auf uns zu. Zwar wichen wir zurück, wussten aber schon, dass wir ihn würden ansprechen müssen.

Äh, hallo? Ist alles O.K.? Wir haben die Polizei gerufen, die müsste gleich da sein.

Uns ignorierend flanierte er an uns vorbei, wieder Richtung Straße. Wir hinterher, begleitet von dem Gekreische der Pubertierenden, die immer wieder schreien mussten – er ist echt nackt! Als würde es ihnen erst jetzt bewusst, in dem Moment als er ihnen entgegen kam.

Dass du das typisch und für nicht erwähnenswert hältst, war mir schon damals klar.

Um der ganzen Situation noch den gewissen dramatischen Kick zu geben, stieg der Nackte über den winzigen zwecklosen Zaun und ging auf das Wasser zu.

Der “Scheiße, scheiße” – Chor erklang und schwoll an.

Langsam schob sich sein Spiegelbild auf den See – Und dem Jesusfreak wurde die gesamte Tragik seiner ganzen urkomischen Situation deutlich. Jedenfalls so deutlich es einem, auf irgendetwas hängengebliebenden Nackten, bei – 10 Grad, in der Homo-cruising-area im Berliner Tiergarten, nur werden kann. Er kehrte um und half uns, irgendwie seltsam im Kreis tänzelnd – der Chor war inzwischen verstummt, die 2  Minuten bis zum Eintreffen der Polizei noch zu überbrücken.

Als einer der Beamten ihn, in eine graue Wolldecke gehüllt, in den Wagen geschoben hatte, fragte dieser uns, ob wir Anzeige wegen öffentlichem Ärgernis erstatten wollten, was wir mit hysterischem Gelächter beantworteten, weil uns wohl beiden gerade wieder die Tuppabox im Kofferraum eingefallen war. Wir berichteten noch, dass der Nackte nicht ansprechbar gewesen sei und erfuhren, dass er bereits am S-Bhf. Bellevue begonnen hatte, sich auszuziehen und außerdem gar nicht so verwirrt sei, denn den Polizisten hätte er soeben gesagt: „Bitte bringen sie mich nach hause.“

Du weißt, ich war enttäuscht und hätte es viel aufregender gefunden, wenn ich doch noch, vom Chor begleite,t in den Tümpel hätte springen müssen oder vielleicht zu der Erkenntnis gelangt wäre, dass ich es trotz Notwendigkeit nicht getan hätte.

Dazu kann ich dir nur sagen, dass ich auf jeden Fall gesprungen wäre, der Dramatik wegen, denn nichts zählt mehr im Leben. Du belächelst mich höhnisch – obwohl du, hättest du an K.’s stelle später mit mir am Esstisch bei Gnocchi  und Ziegenkäse gesessen, wahrscheinlich bei meinem Dramatikspruch ebenso herzlich gelacht hättest wie sie und den bitteren Nachgeschmack der Aussage erst viel später geschmeckt hättest, lange nach dem Gespräch. Eben genau jetzt, da du es wieder liest.

Die Inkonsequenz der Verrücktheit dieses Freaks macht mich bis heute rasend und eben das, macht diese winzige Tragödie perfekt!

by Maxim Kaspar
23 Feb

Scienceslam vs. Wasserbrink-Gesellschaft

Scienceslam vs. Wasserbrink-Gesellschaft

Es waren äußerst interessante Tage, denn eigentlich bin ich montags und dienstags nicht da.

Ich musste die Arbeitsstunden nachholen, die ich versäumt habe, während ich an der eve-launch-Installation  gearbeitet habe.

Wer sind all die Leute? Noch nie gesehen.

Wir teilen uns ein Großraumbüro, das mit 8 Computern ausgestattet ist. Normalerweise sind mindestens 4 von denen nicht besetzt. Montags und dienstags ist es voll – offenbar.

Das Gruselkabinett der deutschen Wissenschaft. Scheiß auf science-slam an jedem erstem Montag im Monat im Edelweiß im Görlitzer Park (Das nennt sich Schleichwerbung. Ein Nonsense-Wort.).  Die Wasserbrink – Gesellschaft ist eine richtige Goldgrube! Wissenschaft live – 10 Euro für eine halbstündige Führung.

Ich zitiere die scienceslam-homepage (www.scienceslam-berlin.de):

Ganz versteckt, in kleinen dunklen Gewölbekellern, verbuddelt hinter großen verstaubten Stapeln von Büchern,  unter flackernden nackten Glühbirnen hocken sie. Kleine runde Brillen zieren ihre Nasen. Weiße Kittel verdecken das mit Kaffeeflecken verschmutzte zerknitterte Hemd. An der Wand hängen Bilder von Einstein oder Humboldt. Fußballergebnisse sind ihnen unbekannt. Der Wetterbericht? Unwichtig. Seifenopern, Blockbuster, fremde Welten.

Wissenschaftler – die unbekannte Spezies.

Das Wunder aber passiert: In Kreuzberg. Sie kommen. Wie Vampire geblendet vom Tageslicht. Mit einer Mission. Die Mission der Aufklärung. Uns, den nicht Eingeweihten, wollen sie ihre Welt erklären. Und sie versprechen: Keine Fremdwörter, keine Langeweile. Kein Staub der Dröge.

Und sie schaffen es. Sie sind unsere Helden. Wir kleben an ihren Lippen. Sie verbinden Kunst und Wissenschaft. Sie erobern uns. Und sie siegen. Unsere Science Slammer.

Der Text sollte eigentlich lauten:

Vor der Öffentlichkeit beschützt, auf einer Insel bei Berlin, in einem Hochsicherheitstrakt, der auf den ersten Blick wie Alcatraz aussieht – aber die Wasserbrink-Gesellschaft ist, sitzen sie.

Auf Designer- Bürostühlen, an Designer-Tischen, beleuchtet von Designer- Schreibtischlampen. Designer-Brillen zieren ihre Nasen. Faltenfreie Drykorn-Hemden zieren ihre unbefleckten jungfräulichen Körper. Die Kaffeeaufnahme erfolgt intravenös.

In allem kennen sie sich besser aus- den Fußball-Ergebnissen, Filmgeschichte, Seifenopern im europäischen Vergleich. Den Wetterbericht?- haben Sie gemacht.

Wissenschaftler – Sie sind mitten unter uns – unerkannt.

Doch ein Wunder ist passiert.  Berlin feiert das Jahr der Wissenschaften – und plötzlich will jeder dazu gehören. Das große Outcoming wird eingeleitet.

Jeder, der schon mal eine Hausarbeit geschrieben hat und es geschafft hat, ihr einen wissenschaftlich anmutenden Titel wie „ Vampire – extra-terrestrische Begegnungen oder ein Zeichen für die postmoderne Depression?“ zu geben – obwohl er über die Twilight –Saga schreibt, weil er beschlossen hat sich ein mystischeres Auftreten zuzulegen, seit er die Filme gesehen hat und so ein HA- Thema voll gut ankommt bei Frauen grade und so und voll- ist am Start.

Nach Kreuzberg- wohin sonst- ist ja auch total ungewöhnlich, dass sich dort Intellektuelle aufhalten.

Ihre Mission ist – Verklärung.

Niemand soll wissen, wozu Wissenschaft dient. Wir tun einfach so, als würden wir mit zur Glamor-Blingbling-Lifestyle to the fullest- Pimp my Diplom, lets unleash our dragons- Gesellschaft gehören.

Hauptsache Fremdwörter! Hauptsache Kritik! Hauptsache wir f*cken eure unmündigen Hirne und ihr versteht nichts mehr! Versucht nicht einmal irgendwas zu verstehen.

Sie werden siegen. Haben immer gesiegt. Sind Unsterblich. Sind die Elite.

Unsere Scienceslammer von morgen! Die von heute sind zum Heulen.

Wir werden sehen, wir werden sehen…vielleicht werde ich heimlich ein Video drehen und es riskieren, vom BND verschleppt zu werden.

Wissenschaft ist…ambiguos. Das auf jeden Fall.