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EFRAIMSTOCHTER
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Efraimstochter: Dynamisches Lauschen

August 3rd, 2011

Der Mann erhebt sich. Er zupft eilig das Jackett zurecht. Noch ein kurzer, schweifender Blick ins Orchestra. Dann leitet er den ersten Ton mit der gekonnten Bewegung seiner Hand ein. Die Klänge schweben durch den Raum, bis sie auf die vielen Ohrmuscheln im Publikum treffen. Die Reaktionszeit ist bei allen Empfängern recht ähnlich. Die Reaktionsketten sind jedoch völlig Unterschiedliche. Wir lauschen. Was macht Musik mit mir?

Der Körper bewegt sich. Es geht hinein in die flauschig weiche Watte. Das Wirrwarr meiner Außenwelt dringt nur noch unscharf zu mir hindurch. “Dreh dich!” Der Rhythmus hat meinen Körper erfasst, nicht ich habe die Kontrolle, die Musik hat sie. Meine Füße ertasten ihr Revier. Sie bewegen sich unaufhaltsam hin und her. Der Untergrund und die Umgebung hat ihre Neugierde geweckt. Bei jeder Erschütterung der Untergrunds verlassen sie diesen. Es ist wie ein kurzer Flug, ein Höhenflug. Es kribbelt, ich bekomme eine leichte, sehr seichte Gänsehaut. Die Härchen stellen sich auf und legen sich beim nächsten Atemzug wieder. Ich versinke in Leichtigkeit.

Meine Hände halten das Schild fest über dem Kopf. Die Arme sind gestreckt. In Großbuchstaben ist zu lesen: GENIEßEN! Die Botschaft ist angekommen. Eine Zeitreise: Ich öffne – wie Bill und Ted – die Tür der Telefonzelle. Wir sind im Hier und Jetzt gelandet.

Der MOMENT erhält eine neue Bedeutung. Der wahre Wert des Wortes lässt sich nur über das Erleben erfahren. Fallenlassen in ein Wunderland. Ich bin Alice, schieße die Augen und spüre wie Wärme in mir aufsteigt. Die Mundwinkel ziehen die Lippen zu einem Lächeln voller Glückseligkeit. Hier gibt es keinen Schmerz, kein Unglück. Es herrscht Friede. Ich gebe dem Positivem Platz. Das Drumherum wird verzerrt: WIr sind glücklich. Love, Peace and Happiness!

Die letzten Töne sind zu vernehmen. Der Mann zieht kraftvoll die Hände zu den Seiten. Der Stock zeichnet eine schwungvolle Linie in die Luft. Stille. Wir lauschen.

Ich tanze, ich bin frei.

Efraimstochter: Springen

July 1st, 2011

Den Sprung wagen und im Fall schon wieder bereuen. Anhalten und nach dem Seil greifen. Die Bewegung kommt in der Schwebe zum Stillstand. Ein Hin und Her. Was will ich eigentlich? Alles und nichts! Angst vor dem Verlust und Furcht vor wahrem Glück. Wenn ich jetzt die Augen schließe und mich dem Gefühl hingebe, ist die Gefahr den Schmerz zu sehen, wenn ich sie wieder öffne, zu groß. Also blinzle ich. Wie heißt es doch so schön, einen Mittelweg finden.

Aber das Verlangen nach Fühlen ist groß. Der Erlebnisdurst ist stärker als die Vernunft. Es geht einen unbeholfenen Schritt voran. Ermahnung: Den Fokus beibehalten, Herr der Dinge sein! Vom Guten kosten und mit ein wenig Abstand das Probierte betrachten. Distanz suchen und sich in die Arme der Nähe werfen. Was für ein effektives Handeln. Alles erleben wollen, aber bitte mit geringster Investition.

Efraimstochter: “Schlaflos”

May 30th, 2011

Die Augen sind schwer, sie brennen und schmerzen. Die Lider wollen nichts anderes als sich schließen. Behutsam legt sich die Decke des Schlafes über den müden Körper. Der Atem beginnt einen ruhigen Rhythmus anzunehmen und sachte dreht sich die Gestalt auf die Seite. Ein Seufzer als Verabschiedung des Tages. Gute Nacht. Es wird still.

Laut sind nur die Gedanken. Der Kopf ist wach, hellwach. Die Eindrücke des Tages beginnen zu kreisen, haben weder Ziel noch Halt. Es wird begonnen in den Erinnerungen vergangener Momente zu stöbem. Auch werden Bilder zukünftiger Ereignisse gemalt. Ein Pinselstrich hier, einer dort. Gefällt eine Linie nicht, wird noch radiert. Die Konturen müssen an einigen Stellen nachgezogen werden, auch darf die Farbe nicht fehlen und so wird kräftig, mit allem was die Palette hergibt, gewirbelt.

Efraimstochter: Milchschaum

May 17th, 2011


Der Milchschaum hat sich zu einem der wichtigsten Bestandteile einer gut funktionierenden Gesellschaft entwickelt. Er ist sogar ein Indikator für diese. Egal welche Krisen die Welt plagen, auf den Milchschaum wird nicht verzichtet. Es lässt sich auch alles viel besser ertragen mit einem Latte. Schaumkonzentrationen in jeglicher Form: Herzen, Blumen, Bärchen, Schmetterlinge, Schwäne (black and white), Tannen (zur Weihnachtszeit) und Kreise für Puristen. Es gibt sie alle: Der Klassiker, Cappuccino. Der Latte Macchiato für die Yuppies. Der Milchkaffee findet Gefallen bei den Schlürfern. Die Café Melange für die Wiener-Schickeria. Der Espresso Macchiato für das kurze, intensive Vergnügen. Der Kakao ist die beliebte Alternative für die “mag keinen Kaffee, deshalb Kakao”-Schokoliebhaber. Der Kinderkaffee: heiße Milch mit Milchschaum oder die Upgrade-Variante mit Honig, wahlweise auch mit verschiedensten Siruparten. Und Gott sei Dank, ist auch für Allergiker, Veganer und Anti-Kuhmilcher gesorgt: Laktosefreie-, Soja- und Ziegenmilch machen es möglich. Niemand muss auf seinen Schaum verzichten.

Efraimstochter: Generation Flexibilität

May 4th, 2011

Begonnen hat es damals in der Aula, die Schulleiterin sprach vor knapp 200 Träumern und Idealisten, die sich mit unbeholfenen Schritten in Richtung Abitur bewegten. “Ihr seid die zukünftigen Macher, ihr seid die Elite!” Wir waren diejenigen, die sich herzlichst über Ihre Worte amüsierten. Nun aber, angekommen in der Realität, müssen wir uns eingestehen, “die Alte” hatte Recht. Wir sind keine Fachidioten geworden. Entweder gelingt es einem in vielen Bereichen zugleich tätig zu sein, die Überflieger-Figur anzunehmen oder aber das Überangebot und der Leistungsdruck lasten so stark auf den Schultern, dass es zu Stillstand und Stagnation führt. Das nun also ist unsere Elite: funktionieren oder untergehen.

Efraimstochter: Safety first, Shalom!

April 13th, 2011

Zunächst zu den Umständen: Winterflucht, Abenteuerlust und die Neugierde auf eine weniger verbrauchte Modewelt. Unter Beobachtung stehen, das war mein erster Eindruck. Die vielen Fragen, die Sprengstoffuntersuchung, das Durchleuchten, das Durchbohren. Blicke. Dann aber doch ein Lächeln und große Freundlichkeit. Safety First, Shalom! Das Starren macht bewusst, Du bist anders, Du bist fremd hier.